Thursday, May 13, 2010
edito 1-2010
Während der Finanzkrise im Jahr 2009 wurde der Euro von "Pro-Europäern" noch als probates Mittel gegen die Krise angepriesen. Es wurde, ohne mögliche empirische Basis, behauptet, ohne Euro wäre alles viel schlimmer gekommen. Das Jahr 2010 hat diese Begeisterung auf den Boden der Realität zurückgeholt. Der Euro erweist sich al massiver Stein am Fuss der exportschwachen Länder der Euro-Zone. Sie können ihre Währungen nicht abwerten, um sich gegen die Exportmeister Deutschland, Holland und Österreich, die mit Lohndumping ihre Konkurrenzfähigkeit auf Kosten der anderen verbessert haben, zu Wehr setzen. Zuchtmeister Deutschland verdankt es den geduldigen Abnehmern seiner Güter mit nationalistischer Beschimpfung. Eben - wer zu viel Nähe sucht, erhält nicht Wärme, sondern Ablehnung. Soweit zur "immer engeren Union der Völker Europas". Im Augenblick wird von den Kommentatoren der Ausstieg aus dem Euro oder dessen Auseinanderbrechen als undenkbar und der Euro als alternativlos hingestellt. Dabei ist undenkbar, dass in den Schubladen der verschiedenen Regierungen nicht Ausstiegsszenarien vorliegen. Und wer Alternativlosigkeit predigt, hat immer nur ein Ziel: die anderen am Denken hindern, um seine Interessen leichter durchsetzen zu können.

Paul Ruppen